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Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe für Warmwasser?

Warmwasser kann bei Wärmepumpen ein spürbarer Stromverbraucher sein. Hier erfährst du, welche Werte plausibel sind und warum Temperatur, Ladezeit und Hygieneprogramme wichtig sind.

Warmwasser wirkt im Alltag klein: duschen, Hände waschen, vielleicht noch ein Bad. Für deine Wärmepumpe ist es aber oft der anspruchsvollere Teil der Arbeit, weil Warmwasser deutlich heißer sein muss als das Heizungswasser für Fußbodenheizung oder Heizkörper.

Deshalb lohnt sich ein genauer Blick. Eine gut eingestellte Warmwasserbereitung kann Komfort und Hygiene erhalten und trotzdem Strom sparen. Der Hebel liegt nicht darin, Temperaturen blind zu senken, sondern darin, unnötig hohe Stopptemperaturen, ungünstige Ladezeiten und vermeidbare Zusatzprogramme zu erkennen.

Was ist ein normaler Warmwasserverbrauch?

Als grobe Orientierung nennt co2online für eine Person etwa 30 bis 36 Liter Warmwasser pro Tag. Daraus lässt sich der Wärmebedarf recht einfach abschätzen.

Wenn Kaltwasser mit etwa 10 °C ins Haus kommt und auf 50 °C erwärmt wird, beträgt der Temperaturhub im Wasser 40 Kelvin.

Für 30 bis 36 Liter pro Tag ergibt das ungefähr:

Warmwasser pro PersonWärme pro TagWärme pro Jahr
30 Liter bei 50 °Cca. 1,40 kWhca. 510 kWh
36 Liter bei 50 °Cca. 1,67 kWhca. 610 kWh

Darum ist ein Orientierungsbereich von etwa 500 bis 700 kWh Warmwasserwärme pro Person und Jahr plausibel. Der obere Bereich lässt Platz für Speicherverluste, Ladeverluste, etwas höhere Temperaturen, Zirkulation oder schlicht längere Duschen.

Bei einer Warmwasser-Arbeitszahl von 3 entsprechen 500 bis 700 kWh Wärme etwa 167 bis 233 kWh Strom. Mit dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2026 laut BDEW sind das grob 62 bis 86 Euro pro Person und Jahr.

Für Rechenfreunde: So kommt die Zahl zustande

Die vereinfachte Rechnung lautet:

`Liter Wasser × Temperaturhub × 1,163 Wh = Wärmebedarf`

Beispiel für 36 Liter von 10 °C auf 50 °C:

`36 × 40 × 1,163 Wh = 1.675 Wh`, also rund 1,67 kWh Wärme pro Tag.

Auf ein Jahr gerechnet sind das:

`1,67 kWh × 365 = ca. 610 kWh Wärme`

Das ist noch nicht der Stromverbrauch. Eine Wärmepumpe teilt diesen Wärmebedarf durch ihre Arbeitszahl. Bei einer Warmwasser-Arbeitszahl von 3 werden aus 610 kWh Wärme also grob 200 kWh Strom. Bei 37 Cent pro Kilowattstunde kostet das rund 74 Euro im Jahr.

Wärme ist nicht Strom

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Warmwasserwärme und Warmwasserstrom. Wenn deine Wärmepumpe 600 kWh Wärme für Warmwasser erzeugt, braucht sie dafür nicht automatisch 600 kWh Strom.

Erzeugung von 600 kWh WarmwasserwärmeStrom pro JahrKosten bei 37 ct/kWh
Wärmepumpe mit Arbeitszahl 3ca. 200 kWhca. 74 €
Wärmepumpe mit Arbeitszahl 2ca. 300 kWhca. 111 €
Elektricher Zuheizerca. 600 kWhca. 222 €

Bei einer Arbeitszahl von 3 entstehen aus 1 kWh Strom ungefähr 3 kWh Wärme. Der elektrische Zuheizer macht aus 1 kWh Strom dagegen nur etwa 1 kWh Wärme.

Für einen Haushalt mit vier Personen kann Warmwasser bei einer Arbeitszahl zwischen 2 und 3 dadurch schnell 800 bis 1.200 kWh Strom beziehungsweise etwa 296 bis 444 Euro pro Jahr ausmachen. Genau deshalb sind die Einstellungen so wichtig.

Warum die Stopptemperatur so viel ausmacht

Die Zieltemperatur, auch Stopptemperatur genannt, beschreibt, bis zu welcher gemessenen Speichertemperatur geladen wird. Je höher diese Temperatur ist, desto mehr Wärme muss in das Wasser und desto schwerer hat es die Wärmepumpe.

Für die zuvor verwendeten 36 Liter pro Person und Tag ergibt sich auf ein Jahr gerechnet:

StopptemperaturWärme pro JahrStrom pro Jahr bei Arbeitszahl 3Kosten pro Jahr bei 37 ct/kWh
45 °Cca. 535 kWhca. 178 kWhca. 66 €
50 °Cca. 610 kWhca. 204 kWhca. 75 €
60 °Cca. 764 kWhca. 255 kWhca. 94 €

Die Strom- und Kostenwerte nehmen zur besseren Vergleichbarkeit eine konstante Arbeitszahl von 3 an. In der Praxis sinkt bei höheren Temperaturen meist die Effizienz der Wärmepumpe. Der tatsächliche Mehrverbrauch kann deshalb größer ausfallen als in dieser einfachen Rechnung.

Schon in der vereinfachten Rechnung liegen zwischen 45 und 60 °C rund 28 Euro pro Person und Jahr. Bei vier Personen sind das etwa 112 Euro.

Dazu kommt das Ladedelta. Damit die eingestellte Stopptemperatur erreicht wird, arbeitet die Wärmepumpe beim Laden mit einer höheren Temperatur. Wenn die Stopptemperatur 50 °C beträgt und das Ladedelta 10 Kelvin, muss die Wärmepumpe zeitweise eher gegen 60 °C arbeiten. Daher sollte man versuchen, das Ladedelta gering einzustellen. Die Warmwasserbereitung dauert dann zwar länger, kann aber in Zeiten, in denen die Dauer keine große Rolle spielt (z. B. im Sommer) die Effizienz signifikant beeinflussen.

Folglich muss man Stopptemperatur plus Ladedelta betrachten. Weiterhin gilt: jedes unnötige Grad macht die Bereitung anstrengender.

Warum Außentemperatur und Ladezeit mitentscheiden

Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zählt zusätzlich die Außentemperatur. Die Wärmepumpe nimmt Wärme aus der Außenluft auf und hebt sie auf das Temperaturniveau des Warmwassers. Je kälter die Außenluft ist, desto größer wird dieser Temperaturhub.

Als grobe Orientierung ist es in Deutschland im Jahresmittel gegen 4 Uhr etwa 6 °C kälter als gegen 14 Uhr. Der genaue Unterschied hängt von Jahreszeit und Standort ab. Der Deutsche Wetterdienst stellt dafür stündliche Temperaturdaten zahlreicher Wetterstationen bereit. Warmwasser am frühen Nachmittag zu laden ist deshalb meist effizienter als derselbe Ladevorgang in der Nacht.

Orientierung: Strombedarf und Kosten für 36 Liter Warmwasser pro Tag
Außentemperatur / Stopptemperatur45 °C50 °C55 °C60 °C
+10 °C Außenluft0,39 kWh · 0,14 €0,50 kWh · 0,19 €0,65 kWh · 0,24 €0,84 kWh · 0,31 €
+5 °C Außenluft0,43 kWh · 0,16 €0,56 kWh · 0,21 €0,72 kWh · 0,27 €0,91 kWh · 0,34 €
0 °C Außenluft0,49 kWh · 0,18 €0,65 kWh · 0,24 €0,82 kWh · 0,30 €1,05 kWh · 0,39 €
-5 °C Außenluft0,57 kWh · 0,21 €0,73 kWh · 0,27 €0,95 kWh · 0,35 €1,16 kWh · 0,43 €

Die Heatmap zeigt eine vereinfachte Orientierung, keine Herstellerwerte. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Anlage, Einstellungen und Betriebsbedingungen ab.

So wurden die Werte berechnet

Grundlage sind 36 Liter Wasser von 10 °C bis zur jeweiligen Stopptemperatur. Der Strombedarf ergibt sich aus `Wärmebedarf ÷ Arbeitszahl`. Angenommen werden Arbeitszahlen zwischen rund 1,8 und 3,8 sowie Stromkosten von 37 Cent pro Kilowattstunde. Zusätzlich wirken unter anderem Ladedelta, Kältemittel, Speicher, Schichtung, Zuheizer und Zirkulation.

Was kostet eine thermische Desinfektion zusätzlich?

Wenn ein 300-Liter-Speicher von 50 °C auf 70 °C angehoben wird, sind das vereinfacht:

`300 Liter × 20 K × 1,163 Wh = ca. 7,0 kWh Wärme`

Wird dafür ein elektrischer Zuheizer genutzt, sind das grob auch 7,0 kWh Strom und etwa 2,59 Euro. Rein rechnerisch würde eine wöchentliche Wiederholung rund 135 Euro kosten.

Schafft die Wärmepumpe die 70 °C ohne Zuheizer, liegen Stromverbrauch und Kosten niedriger. Wie viel niedriger, hängt stark von ihrer Effizienz bei dieser hohen Temperatur ab.

Ob eine thermische Desinfektion nach mehrtägiger Abwesenheit oder längerer geringer Warmwassernutzung sinnvoll ist, hängt von der Anlage und ihrer Betriebsweise ab. Im Zweifel sollte dies ein Fachbetrieb beurteilen. Für die hygienische Einordnung zählt nicht allein die Speichertemperatur, sondern das Zusammenspiel aus Temperatur, Stagnation, Leitungsvolumen, Zirkulation und Nutzung.

Welche Einstellungen sparen wirklich Geld?

Die wirksamsten Hebel sind meist einfach zu verstehen:

  • Stopptemperatur nicht höher einstellen als nötig.
  • Warmwasser möglichst in wärmere Tageszeiten oder PV-Zeiten legen.
  • Ladedelta und Komfortmodus nicht unnötig aggressiv einstellen.
  • Zirkulation nur kurz und bedarfsgerecht laufen lassen, aber nicht ohne fachliche Prüfung dauerhaft stilllegen.
  • Zuheizer nur dort nutzen, wo er wirklich gebraucht wird.
  • Hygiene, Komfort und Effizienz gemeinsam betrachten.

Wenn dein Verbrauch deutlich über 700 kWh Warmwasserwärme pro Person und Jahr liegt, ist nicht automatisch dein Duschverhalten schuld. Häufig lohnt sich dann ein Blick auf Speicherverluste, Zirkulation oder ungewollte Schwerkraftzirkulation. Lies hierzu Warum verliert mein Warmwasser so schnell Temperatur?.

Woran du es in deinen Daten erkennst

In Messdaten sieht man oft mehr als im Einstellmenü. Achte vor allem auf diese Muster:

  • Warmwasser wird nachts geladen.
  • Sehr hohe Speichertemperaturen.
  • Der Zuheizer läuft bei Warmwasser häufig mit.
  • Der Speicher verliert Temperatur, obwohl niemand Warmwasser nutzt.
  • Warmwasserstarts treten sehr häufig auf.
  • Der Warmwasserstrom wirkt im Verhältnis zur Personenanzahl hoch.

Nathan ordnet Warmwasserwärme, Warmwasserstrom, Personenanzahl, Speichertemperatur und Ladezeiten zusammen ein. So wird aus einer abstrakten Zahl eine konkrete Frage: Ist dein Warmwasserverbrauch plausibel, oder kostet eine Einstellung jeden Tag unnötig Strom?

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