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Wärmepumpen-Glossar: Die wichtigsten Begriffe einfach erklärt

Arbeitszahl, COP, NAT, Heizgrenze, Vorlauf, Rücklauf, Monoblock, Split, R290 und Abgleich: die wichtigsten Wärmepumpen-Begriffe kurz und praktisch erklärt.

Wärmepumpen sind technisch nicht geheimnisvoll, aber die Begriffe können sich anfühlen wie ein Heizungs-Scrabble mit Zusatzregeln. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Ausdrücke so, dass du sie in Angeboten, Datenblättern und deinen eigenen Messwerten besser einordnen kannst.

Der Fokus liegt auf Praxis: Was bedeutet der Begriff für Komfort, Verbrauch, Betrieb oder Fehlersuche?

Effizienz: Arbeitszahl, COP, SCOP und JAZ

Die Arbeitszahl beschreibt, wie viel Wärme aus einer bestimmten Menge Strom entsteht. Eine Arbeitszahl von 3 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme. Wichtig ist immer die Frage, welche Verbraucher mitgezählt werden.

COP ist ein Laborwert für einen festen Betriebspunkt, zum Beispiel A7/W35. Er hilft beim Gerätevergleich, ist aber kein Jahreswert für dein Haus.

SCOP ist ein saisonaler Normwert. Er ist näher an einer Heizperiode als der COP, bleibt aber ein genormter Vergleichswert.

JAZ steht für Jahresarbeitszahl. Sie beschreibt die Arbeitszahl über ein ganzes Jahr. Wenn die Bilanzgrenze sehr breit ist und auch Pumpen, Elektronik, Heizstab oder Abtauverluste umfasst, sprechen wir im Wärmepumpen-Check von einer System-Arbeitszahl.

Temperaturen: NAT, Auslegungstemperatur und Heizgrenze

Die Normaußentemperatur, kurz NAT, ist eine regional festgelegte sehr kalte Außentemperatur. Sie wird für die Heizlastberechnung genutzt. In milden Regionen kann sie zum Beispiel bei etwa -8 Grad liegen, in kälteren Gegenden deutlich tiefer.

Die Auslegungstemperatur meint häufig diese kalte Planungstemperatur. Bei ihr soll das Heizsystem das Haus noch ausreichend warm bekommen.

Die Heizgrenze ist die Außentemperatur, ab der dein Haus normalerweise keine aktive Heizung mehr braucht. Bei gut gedämmten Häusern kann sie niedriger liegen, bei weniger gedämmten Gebäuden höher. Wenn die Sonne kräftig mithilft, hält sich das Haus manchmal selbst warm. Kostenlos, aber leider nicht zuverlässig buchbar.

Heizkreis: Vorlauf, Rücklauf und Spreizung

Der Vorlauf ist das Heizungswasser, das von der Wärmepumpe zu Heizkörpern oder Fußbodenheizung fließt. Die Vorlauftemperatur ist eine der wichtigsten Größen für die Effizienz: je niedriger sie sein darf, desto leichter arbeitet die Wärmepumpe.

Der Rücklauf ist das Wasser, das aus dem Heizkreis zurückkommt. Es ist meist kühler als der Vorlauf, weil es Wärme an das Haus abgegeben hat.

Die Spreizung ist die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf. Eine Spreizung von 5 K bedeutet zum Beispiel: Der Vorlauf hat 35 Grad, der Rücklauf 30 Grad.

Betrieb: Heizkurve, Bivalenzpunkt und Taktgrenze

Die Heizkurve legt fest, welche Vorlauftemperatur bei welcher Außentemperatur gefahren wird. Sie ist ein zentrales Stellrad für Effizienz und Komfort.

Der Bivalenzpunkt beschreibt die Außentemperatur, ab der eine zweite Wärmequelle unterstützen kann, zum Beispiel ein Heizstab. Das ist nicht automatisch schlecht. Entscheidend ist, wie oft und wie lange diese Unterstützung real gebraucht wird.

Die Taktgrenze beschreibt grob den Bereich, ab dem die Wärmepumpe nicht mehr weit genug heruntermodulieren kann. Dann ist die Mindestleistung höher als der aktuelle Wärmebedarf, und die Anlage schaltet häufiger an und aus.

Bauarten: Monoblock, Split und Kältemittel

Bei einer Monoblock-Wärmepumpe sitzt der Kältekreis komplett in einem Gerät, meist draußen. Zwischen Außengerät und Haus fließt Heizungswasser.

Bei einer Split-Wärmepumpe ist der Kältekreis auf Außen- und Inneneinheit verteilt. Zwischen beiden verlaufen Kältemittelleitungen, die fachgerecht installiert werden müssen.

R290 ist die technische Bezeichnung für Propan als Kältemittel. Es hat sehr gute Umwelteigenschaften und wird in vielen modernen Wärmepumpen eingesetzt. Gleichzeitig ist es brennbar, weshalb Aufstellung, Abstände und Herstellervorgaben wichtig sind.

Speicher: Pufferspeicher und Warmwasserspeicher

Ein Pufferspeicher speichert Heizungswasser. Er kann helfen, Mindestlaufzeiten zu verlängern oder Volumenstrom sicherzustellen. Ungünstig eingebunden kann er aber auch Effizienz kosten, weil zusätzliche Temperaturverluste und Mischverluste entstehen.

Ein Warmwasserspeicher speichert Trinkwarmwasser zum Duschen, Baden oder Spülen. Er arbeitet meist mit höheren Temperaturen als der Heizkreis. Deshalb beeinflusst Warmwasser die Arbeitszahl oft deutlich.

Eine Zirkulationsleitung hält warmes Wasser schneller an den Zapfstellen verfügbar. Komfortabel ist das, aber eine ungünstig laufende Zirkulation kann viel Wärme verlieren. Warmwasser ist manchmal der heimliche Fitnessraum der Heizung: ständig Bewegung, aber nicht immer sinnvoll.

Abgleich: hydraulisch und thermisch

Beim hydraulischen Abgleich wird die Wassermenge in den Heizkreisen so eingestellt, dass jeder Raum passend versorgt wird. Das verhindert, dass nahe Heizflächen zu viel und entfernte Heizflächen zu wenig Wasser bekommen.

Der thermische Abgleich geht stärker von der tatsächlichen Raumtemperatur aus. Ziel ist, dass die Räume bei möglichst niedriger Heizkurve gleichmäßig warm werden.

Beides ist für Wärmepumpen wichtig, weil ausreichend Durchfluss und niedrige Vorlauftemperaturen direkt auf Effizienz und Taktverhalten wirken.

Was du in deinen Daten prüfen kannst

Viele Begriffe werden greifbar, wenn du sie in Daten wiederfindest:

  • Steigt die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur plausibel?
  • Ist die Spreizung ungewöhnlich hoch oder niedrig?
  • Fällt die Arbeitszahl bei Warmwasserbereitung deutlich ab?
  • Gibt es viele kurze Takte in der Nähe der Taktgrenze?
  • Wird der Heizstab nur selten oder regelmäßig genutzt?
  • Passen Heizgrenze und Raumtemperaturen zum realen Verhalten deines Hauses?

Nathan kann diese Begriffe mit Messwerten verbinden. Dann bleibt es nicht bei Vokabeln, sondern du siehst, wie deine Wärmepumpe wirklich arbeitet.

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