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Was ist der elektrische Zuheizer und warum kann er teuer werden?

Der elektrische Zuheizer hilft deiner Wärmepumpe in bestimmten Situationen, kann bei falschen Einstellungen aber schnell zum Stromfresser werden.

Der Zuheizer, manchmal auch als Heizstab bekannt, ist eine elektrische Zusatzheizung in oder an deiner Wärmepumpe. Er funktioniert im Prinzip wie ein großer Tauchsieder: Strom rein, Wärme raus. Das ist technisch simpel und zuverlässig, aber nicht besonders effizient. Charmant ist er also eher wie ein Vorschlaghammer: hilfreich, wenn man ihn wirklich braucht, teuer, wenn er ständig zum Einsatz kommt.

In einer gut laufenden Wärmepumpe sollte der Zuheizer nur selten gebraucht werden. Wenn er regelmäßig im normalen Betrieb läuft, lohnt sich ein genauer Blick. Denn dann kann ein Teil deines Stromverbrauchs nicht mehr von der effizienten Wärmepumpe kommen, sondern von direkter Elektroheizung.

Wofür der Zuheizer gedacht ist

Der elektrische Zuheizer ist nicht grundsätzlich schlecht. Er kann in bestimmten Situationen sinnvoll oder sogar notwendig sein. Zum Beispiel bei sehr niedrigen Außentemperaturen, während spezieller Warmwasserprogramme, bei Störungen oder wenn die Wärmepumpe kurzfristig zusätzliche Leistung braucht.

Er ist also eine Art Sicherheitsnetz. Das Problem beginnt, wenn aus dem Sicherheitsnetz ein Trampolin wird und die Anlage regelmäßig darauf herumspringt.

Warum der Zuheizer weniger effizient ist

Eine Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom oft mehrere kWh Wärme, weil sie zusätzlich Umweltwärme nutzt. Der Zuheizer macht aus 1 kWh Strom ungefähr 1 kWh Wärme. Mehr ist physikalisch nicht drin.

Wenn der Zuheizer häufig läuft, sinkt deshalb die Arbeitszahl deiner Anlage. Besonders deutlich sieht man das bei der System-Arbeitszahl, wenn der Stromverbrauch des Zuheizers mit eingerechnet wird.

Wann Zuheizereinsatz normal sein kann

Ein gelegentlicher Einsatz ist nicht automatisch ein Fehler. Je nach Anlage, Gebäude und Einstellung kann der Zuheizer zum Beispiel in diesen Situationen hinzugezogen werden:

  • bei sehr niedrigen Außentemperaturen
  • bei bestimmten Warmwasser- oder Hygieneprogrammen
  • während der Abtauung oder in Sonderzuständen
  • bei einer Störung oder eingeschränkten Leistung der Wärmepumpe

Entscheidend ist nicht nur, ob der Zuheizer einmal läuft. Entscheidend ist, wie oft, wie lange und in welchem Zusammenhang.

Wann Zuheizereinsatz ein Warnsignal ist

Problematisch wird es, wenn der Zuheizer im normalen Heizbetrieb regelmäßig unterstützt. Dann arbeitet die Anlage möglicherweise nicht so effizient, wie sie könnte.

Warnsignale sind zum Beispiel:

  • Zuheizerverbrauch an milden Tagen
  • regelmäßiger Zuheizereinsatz ohne erkennbare Sondersituation wie z.B. Abtauung
  • auffällig hoher Stromverbrauch bei normalem Wärmebedarf
  • sinkende Arbeitszahl trotz plausibler Außentemperaturen
  • Warmwasserbereitung, die häufig mit Zuheizer unterstützt wird

In solchen Fällen sollte man nicht einfach den Zuheizer hart deaktivieren. Erst sollte klar sein, warum er läuft.

Typische Ursachen für unnötigen Zuheizereinsatz

Unnötiger Zuheizereinsatz kann verschiedene Ursachen haben. Häufig geht es nicht um einen einzelnen Schuldigen, sondern um eine Kombination aus Einstellungen und Betriebsbedingungen.

  • Die Heizkurve ist zu hoch eingestellt.
  • Warmwasser wird zu heiß oder zu häufig bereitet.
  • Bivalenzpunkt oder Zusatzheizungsfreigabe sind ungünstig eingestellt.
  • Die Wärmepumpe ist zeitweise gesperrt oder falsch priorisiert.
  • Heizflächen oder Durchflüsse passen nicht gut zum Wärmebedarf.
  • Eine Störung oder Begrenzung reduziert die Leistung der Wärmepumpe.

Manchmal ist der Zuheizer also nicht das eigentliche Problem, sondern nur der Kollege, der einspringt, weil vorher etwas schief geplant wurde.

Woran du den Einsatz des Zuheizers erkennst

Am besten erkennst du den Einsatz des Zuheizers in den Messwerten deiner Anlage. Manche Systeme weisen den Zuheizer separat aus, andere zeigen ihn indirekt über Stromverbrauch, Betriebszustände oder stark sinkende Arbeitszahlen.

Hilfreich sind vor allem:

  • separater Zuheizer-Stromverbrauch
  • Betriebsstunden des Zuheizers
  • Stromverbrauch während Warmwasserbereitung
  • Außentemperatur zum Zeitpunkt des Einsatzes
  • Vorlauf- und Warmwassertemperaturen
  • Arbeitszahl über längere Zeiträume

Ein kurzer Einsatz bei Frost ist anders zu bewerten als regelmäßiger Zuheizerverbrauch bei mildem Wetter.

Was du prüfen kannst

Prüfe zuerst, ob deine Anlage den Zuheizerverbrauch separat anzeigt. Falls ja, schau nicht nur auf den Gesamtwert, sondern auch auf den Zeitraum. Ein hoher Wert aus einer alten Störung ist anders zu bewerten als laufender Verbrauch im aktuellen Betrieb.

Danach lohnt sich ein Blick auf Heizkurve, Warmwassertemperatur, Zeitprogramme und Zusatzheizungsfreigaben. Änderungen solltest du vorsichtig angehen. Der Zuheizer hat auch Schutz- und Komfortfunktionen, deshalb sollte man ihn nicht ohne Verständnis der Anlage einfach abschalten.

Wo Messdaten helfen

Messdaten zeigen, wann der Zuheizer läuft und was in diesem Moment sonst passiert. Dadurch lässt sich erkennen, ob der Einsatz plausibel ist oder ob eine Einstellung die Anlage unnötig in die Zusatzheizung schiebt.

Nathan kann solche Muster prüfen und den Zuheizereinsatz im Zusammenhang mit Außentemperatur, Warmwasser, Verbrauch und Arbeitszahl bewerten. So wird aus "der Zuheizer läuft" eine konkrete Frage: Hilft er gerade sinnvoll oder macht er heimlich den Stromzähler nervös?

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